Erste Hilfe hautnah erlebt – Aktionstag Katastrophenschutz an Schulen
Im Rahmen des Aktionstages „Katastrophenschutz an Schulen“ stand an der Schule am Kraichbach in diesem Jahr das wichtige Thema „Erste Hilfe“ im Mittelpunkt. Ziel des Aktionstages ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf mögliche Katastrophen- und Notfallsituationen vorzubereiten und ihnen grundlegende Handlungskompetenzen zu vermitteln. Das Kultusministerium Baden-Württemberg betont dabei die besondere Bedeutung schulischer Bildung, um Kindern und Jugendlichen mehr Handlungssicherheit und Resilienz im Ernstfall zu geben.
Am Aktionstag teilgenommen haben die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 und 7. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema Brandschutz beschäftigt hatten, erhielten sie diesmal spannende und praktische Einblicke in lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Auf Einladung von Konrektorin Berit Binder kam Volker Köppels, Ausbilder beim Malteser Hilfsdienst, an die Schule am Kraichbach und gestaltete dort den Vormittag mit den Schülerinnen und Schülern. Er erklärte den Schülerinnen und Schülern verschiedene Verbände und deren Anwendung. Besonders intensiv beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Druckverband, der beispielsweise bei stärkeren Blutungen und Schnittverletzungen eingesetzt wird und anschließend von den Schülerinnen und Schülern selbst praktisch geübt werden konnte.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil war die stabile Seitenlage. Köppels erklärte Schritt für Schritt, wie bewusstlose Personen richtig gelagert werden, um ihre Atmung zu sichern. Anschließend durften die Schülerinnen und Schüler die Maßnahmen selbst ausprobieren und gegenseitig üben. Dabei wurden viele Fragen gestellt, die Köppels ausführlich beantwortete.
Besonders aufmerksam hörten die Schülerinnen und Schüler auch beim Thema Notruf zu. Köppels erklärte unter anderem, dass man beim Wählen der Notrufnummer 112 bereits ab dem ersten Moment geortet werden kann. Sollte die Handyverbindung während des Gesprächs abbrechen, kennt die Notrufzentrale dadurch bereits den ungefähren Standort der hilfesuchenden Person. Diese Information beeindruckte viele Schülerinnen und Schüler und nahm gleichzeitig etwas die Angst davor, in einer Notsituation etwas falsch zu machen. Außerdem erklärte Köppels, dass die Mitarbeitenden der Notrufzentrale die Anrufenden Schritt für Schritt durch wichtige Fragen führen. Selbst wenn man in der Aufregung vieles vergesse, helfe die Leitstelle dabei, ruhig zu bleiben und die wichtigsten Informationen weiterzugeben.
Das absolute Highlight des Tages wartete jedoch zum Schluss: Die Schülerinnen und Schüler durften einen Rettungswagen besichtigen. Besonders spannend war es, selbst einmal auf der Trage Platz zu nehmen und fachgerecht fixiert zu werden. Anschließend wurden die Schülerinnen und Schüler – wie bei einem echten Rettungseinsatz – in den Rettungswagen hinein- und wieder herausgefahren. Für viele war dies ein unvergessliches Erlebnis.
Der jährlich stattfindende Aktionstag soll Begegnungen mit Rettungskräften und Hilfsorganisationen ermöglichen und den Kindern zeigen, wie wichtig schnelles und richtiges Handeln in Notfällen ist. Gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler, dass bereits einfache Maßnahmen Leben retten können.
Zum Abschluss wurden die wichtigsten Inhalte des Vormittags noch einmal gemeinsam wiederholt. Auch Konrektorin Berit Binder, die den Aktionstag organisiert hatte, ließ es sich nicht nehmen, sich persönlich bei Köppels und dem Malteser Hilfsdienst für den spannenden und lehrreichen Vormittag zu bedanken.
Bereits jetzt richtet sich der Blick auf das kommende Jahr: Dann soll das Technisches Hilfswerk (THW) im Mittelpunkt des Aktionstages stehen.
Der Aktionstag zeigte eindrucksvoll: Erste Hilfe geht uns alle an – und Helfen kann jeder lernen.




